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Spiele für Großeltern und Enkel: ein Wort für Passau und Hamburg

Eine Geschichte

Spiele für Großeltern und Enkel: ein Wort für Passau und Hamburg

Wenn die Enkel weit weg wohnen, wird aus „Wir sehen uns Sonntag“ schnell „Wir sehen uns Weihnachten“. Diese Geschichte erzählt von einer Oma in Passau, ihrer Enkelin in Hamburg und einem geheimen Wort, das beide jeden Morgen suchen.

4 Min. Lesezeit

Wort des Tages spielen

Fast das ganze Land dazwischen

Gisela ist 74 und wohnt in Passau, dort, wo Donau, Inn und Ilz zusammenfließen. Ihre Enkelin Lena ist 19 und studiert in Hamburg. Dazwischen liegt fast das ganze Land, und die Telefonate am Sonntag waren in letzter Zeit kurz geworden.

„Wie ist das Studium?“ – „Gut.“ – „Isst du auch was Ordentliches?“ – „Ja, Oma.“

Die beiden hatten sich lieb. Sie wussten nur nicht mehr, worüber sie reden sollten. Lena war zu weit weg für den Alltag, und Gisela wollte nicht dauernd nachfragen.

Ein Link am Morgen

Eines Morgens schickte Lena ihrer Oma einen Link. „Oma, probier das mal. Jeden Tag gibt es ein geheimes Wort, und du musst es finden. Ich mach’s auch. Aber nicht schummeln.“

Gisela tippte auf den Link, und da war ein Feld. Sie schrieb das erste Wort, das ihr einfiel: Marmelade. Eiskalt. Dann Blumenkasten. Kühl. Sie runzelte die Stirn, holte ihre Lesebrille und setzte sich richtig hin.

Lena rätselte zur gleichen Zeit in der U-Bahn. Jede für sich, das war die Abmachung. Keine Hinweise, keine Nachrichten zwischendurch.

Der Abend, an dem Oma gewann

Am Abend klingelte das Telefon. Diesmal war es Lena. „Wie viele hattest du?“

Gisela musste nachschauen. „Vierzehn.“

Am anderen Ende war es still. „Ich hatte achtunddreißig.“

Das Wort an diesem Tag war, sagen wir, Murmel. Lena war lange zwischen Videospielen und Glas herumgeirrt und hatte zwischendurch sogar Murmeltier probiert. Das war kühl, denn mit dem Tier hat das gesuchte Wort nichts zu tun, egal, wie ähnlich es klingt. Gisela dagegen hatte sofort an früher gedacht. Die letzten Schritte ihres Weges sahen ungefähr so aus:

  1. Hinterhof31 °Ckühl, aber eine Erinnerung
  2. Kindheit49 °Clauwarm
  3. Spielzeug60 °Cwarm
  4. Glaskugel84 °Cheiß, fast glühend
  5. MurmelGefunden!

„Wir haben im Hof immer um Murmeln gespielt“, sagte sie. „Die Jungs hatten die schönen aus Glas, mit den bunten Schlieren innen.“ Und dann erzählte sie eine halbe Stunde lang von dem Hinterhof ihrer Kindheit, von den Nachbarskindern und von dem einen Jungen, der nie verlieren konnte. Lena hörte zu und stellte Fragen. Es war das längste Telefonat seit Monaten.

Was zwischen den beiden passiert ist

Das Wort selbst war gar nicht so wichtig. Wichtig war, dass beide am selben Morgen dasselbe gesucht hatten und sich abends etwas zu erzählen hatten. Mit der Zeit bekamen die Telefonate eigene Regeln:

  • Nie das Wort verraten, auch nicht aus Versehen.
  • Zuerst nur die Zahl der Versuche nennen.
  • Dann die eigentliche Frage: „Wie bist du draufgekommen?“

Über diese Frage lernte Gisela, dass ihre Enkelin bei „Spielzeug“ zuerst an Videospiele denkt. Und Lena lernte, dass ihre Oma bei fast jedem Wort eine Geschichte hat, die sie noch nie gehört hatte.

Beim Besuch: die Version ohne Handy

Zu Ostern fuhr Lena nach Passau. Am Küchentisch saßen auch ihre kleinen Cousins, und weil die Kleinen noch kein Handy haben, spielten alle zusammen die laute Version: Einer denkt sich ein Wort aus, die anderen raten, und es gibt nur „kalt“, „warm“ und „heiß“ als Antwort. Gisela war Schiedsrichterin und nahm das sehr ernst. Als der Jüngste „Osterhase“ erraten hatte, war der Jubel so groß, dass die Nachbarin klingelte.

Opas Gruppe

Irgendwann wollte auch Opa Herbert nicht mehr nur zuschauen. Er wollte die Wörter selbst aussuchen. Also gründete er mit Premium eine Gruppe für die Familie. Seitdem wählt er die geheimen Wörter, alle anderen treten kostenlos bei und raten, und die Rangliste der Gruppe zeigt, wer die wenigsten Versuche gebraucht hat.

Seine Wörter haben meistens mit Angeln zu tun. Das wissen inzwischen alle. Geholfen hat es bisher trotzdem niemandem.

Wenn deine Enkel auch weit weg wohnen

Ein paar Ideen aus dieser Geschichte, die überall funktionieren:

  1. Schick das Wort des Tages morgens als Link. Jeder sucht für sich, egal, wo er gerade ist.
  2. Vergleicht nur die Zahl der Versuche, nie das Wort selbst.
  3. Frag nicht „Was war es?“, sondern „Wie bist du draufgekommen?“ Da beginnen die Geschichten.
  4. Beim Besuch: die laute Version am Tisch, mit allen, die da sind.
  5. Wer die Wörter selbst wählen will, gründet eine eigene Gruppe für Familie oder Freunde.

Das Spiel läuft kostenlos im Browser, ohne App und ohne Anmeldung, und um Mitternacht kommt jeden Tag ein neues Wort, für alle dasselbe. Wie man es Oma oder Opa aufs Handy legt, steht in Handyspiele für Senioren.

Was wäre heute dein erstes Wort?

Dein Wort geht direkt ins Spiel von heute.

Gisela und Lena sind für diese Geschichte erfunden. Das Wort am Morgen gibt es wirklich, jeden Tag ein neues.

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