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Gedächtnistraining für Senioren: das Heiß-kalt-Wortspiel

Für die Gruppe

Gedächtnistraining für Senioren: das Heiß-kalt-Wortspiel

Du leitest eine Seniorengruppe, betreust Mutter oder Vater oder suchst noch etwas für den nächsten Seniorennachmittag? Dieses Wortspiel braucht kein Material, lädt alle zum Mitreden ein und ist in zwei Minuten erklärt. Hier steht, wie du es anleitest.

4 Min. Lesezeit

Wort des Tages spielen

Das Spiel in einem Satz

Du denkst dir ein Wort aus, die Gruppe rät, und du antwortest nur mit einer Temperatur: kalt, wenn das geratene Wort weit weg ist, heiß, wenn es nah dran ist.

Das ist alles. Die meisten kennen das Prinzip vom Topfschlagen am Kindergeburtstag, und genau diese Erinnerung hilft beim Einstieg. Niemand muss eine neue Regel lernen, und es braucht weder Spielbrett noch Karten.

Vorbereitung: das richtige Wort

Das Wort entscheidet, ob die Runde fliegt oder zäh wird. Gut sind:

  • anschauliche Dinge aus dem Alltag, die man sehen oder anfassen kann,
  • Wörter mit vielen Wegen, zu denen einem ein Ort, ein Zweck, ein Material und eine Erinnerung einfallen,
  • Wörter von früher, die Geschichten auslösen: der Kohleofen, das Waschbrett, die Milchkanne.

Weniger gut sind abstrakte Begriffe, Fremdwörter und alles, was traurig machen kann. Krankheit, Abschied oder Krankenhaus haben in einer fröhlichen Runde nichts zu suchen.

Schreib dir das Wort auf einen Zettel und steck ihn in die Tasche. So vergisst du es nicht, und am Ende kannst du ihn als kleinen Beweis zeigen.

Eine Beispielrunde

Angenommen, du hast dir den Gartenzwerg ausgedacht. Eine Runde könnte so laufen. Die Gradzahlen stehen hier nur zur Orientierung, in der Gruppe sagst du einfach die Temperatur an:

  1. Auto3 °C„eiskalt“
  2. Rose45 °C„lauwarm, ihr seid im Grünen“
  3. Rasen57 °C„warm“
  4. Schneewittchen72 °C„heiß“, und alle lachen
  5. Zipfelmütze84 °C„heiß, ganz heiß“
  6. Zwerg91 °C„glühend heiß“
  7. GartenzwergGefunden!

Ein Wort wie dieses hat einen schönen Nebeneffekt: Spätestens bei Schneewittchen erzählt meist jemand vom eigenen Schrebergarten, vom Nachbarn mit den zwanzig Zwergen oder vom ersten Garten nach dem Umzug. Diese Geschichten sind der eigentliche Gewinn.

Probier es selbst einmal aus: Mit welchem Wort würdest du heute anfangen?

Dein Wort geht direkt ins Spiel von heute.

So sagst du die Temperatur an

  • Bleib bei wenigen festen Stufen: eiskalt, kalt, kühl, lauwarm, warm, heiß, glühend heiß. Dieselben Wörter benutzt auch das Spiel Warmer Warmer, das macht den Übergang zum Handy später leicht.
  • Wiederhol das geratene Wort laut und deutlich: „Rasen – warm!“ So hören es auch alle, die schlechter hören.
  • Zeig den Weg: Wer mag, malt ein großes Thermometer auf ein Flipchart und schreibt die warmen Wörter dazu. Dann sieht die Gruppe, wohin es geht.
  • Gesten helfen: Hände reiben bei warm, Bibbern bei eiskalt, Luft zufächeln bei glühend heiß.

Ablauf in der Gruppe

  1. Kurz erklären und eine Proberunde mit einem leichten Wort spielen.
  2. Reihum raten oder einfach zurufen lassen. Reihum ist ruhiger, Zurufen lebendiger.
  3. Wenn es lange nicht vorangeht, einen kleinen Hinweis geben: „Es steht draußen.“ Oder: „Man kann es anfassen.“
  4. Den Fund feiern. Wer das Wort errät, bekommt Applaus.
  5. Weitergeben, wenn jemand mag. Wer gefunden hat, darf sich mit deiner Hilfe das nächste Wort ausdenken.

Für einen Nachmittag reichen drei oder vier Runden. Lieber aufhören, solange es noch Spaß macht.

Damit alle mitkommen

Manche rufen sofort zehn Wörter, andere sagen den ganzen Nachmittag nichts. Sprich Stillere freundlich an, etwa so: „Frau Weber, was fällt Ihnen dazu ein?“ Drängen solltest du niemanden.

Wenn jemand nach einem Wort sucht und es nicht findet, hilf mit einer Richtung statt mit dem Wort selbst: „Etwas aus der Küche?“ Und mach deutlich, dass es keine falschen Antworten gibt, nur kalte. Auch ein eiskaltes Wort bringt die Gruppe weiter, weil es zeigt, wo es nicht langgeht.

Was das Spiel leistet und was nicht

In vielen Einrichtungen läuft so etwas unter Gedächtnistraining. Gemeint ist ganz schlicht: Man sucht nach Wörtern, kramt im Gedächtnis und hört einander zu. Ehrlich gesagt ist ein Wortspiel aber kein Medikament und keine Therapie. Es hält den Kopf beschäftigt, bringt Menschen miteinander ins Gespräch und weckt Erinnerungen. Für einen Seniorennachmittag ist das eine ganze Menge.

Für zu Hause: ein Wort am Tag

Wer zwischen den Treffen weiterraten möchte, kann das Wort des Tages auf dem Handy oder Tablet suchen. Jeden Tag um Mitternacht gibt es ein neues geheimes Wort, für alle dasselbe, kostenlos im Browser und ohne Anmeldung. Jeder rät für sich, und beim nächsten Treffen lässt sich vergleichen, wer wie viele Versuche gebraucht hat, ohne das Wort zu verraten.

Wie Angehörige das Spiel aufs Handy holen, steht in Handyspiele für Senioren. Weitere Ideen ohne Papier findest du in Wortspiele für Senioren.

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